Sven Liebich – Chronik eines Nichtausstieges

 

Sven Liebich gibt lediglich vor, aus der rechten Szene ausgestiegen zu sein. Er nutzt stets denselben MZ-Artikel als Referenz, dass er 2003 ausgestiegen sei. Tatsächlich lassen sich viele Tätigkeiten von vor 2003 auch noch danach unter Mitwirkung von Liebich beobachten. So hielt er am Strikeback-Mailorder fest und gab ein Interview, in dem er seine Kunden als „Kameraden“ bezeichnet. Er fabriziert Shirts mit gewaltverherrlichenden und rechtspopulistischen Inhalten. Ferner werden seine Kampagnen und Produkte von Rechtspopulisten empfohlen bzw. solche lassen ihre Shirts von Liebich herstellen. Seine Kontakte in die rechte Szene sind so intensiv, dass er problemlos auf Rechtsrock-Konzerten auftauchen kann. Liebich interagiert heute auf den „Montagsmahnwachen“ gemeinsam mit organisierten Neonazis und betreibt zugleich eine facebook-Seite, auf der er mit seinen Gerüchten die Kommentator_innen zu Hetze motiviert und politische Gegner denunziert. Die Strategien sind dieselben wie bereits vor über zwölf Jahren – ebenso wie die Inhalte. Der vielfach postulierte Ausstieg fand nicht statt.

 

Liebichs Aktivitäten bis 2003
Aktivitäten in der rechten Szene nach 2003
Montagsmahnwachen und halle-leaks

 

Im folgenden Artikel soll anhand einer chronologischen Auflistung dargelegt werden, inwiefern die Behauptung des ehemaligen Blood&Honour-Kaders Sven Liebich, er wäre aus der neonazistischen Szene ausgestiegen, jeglicher Glaubwürdigkeit entbehrt. Liebich selbst verweist dazu immer wieder auf einen Artikel aus der „Mitteldeutschen Zeitung“[1], in dem er sich offensiv mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt. Dass es sich bei dem in dem Artikel beschriebenen Protagonisten Henning Weber um Liebich selbst handelt, gibt Liebich ab 2014 gelegentlich selbst zu, wie zuletzt auf seiner „halle-leaks“-Seite geschehen[2]:

Abb. 1:

Abb. 1:

Liebich gibt vor, dass er vom Saulus zum Paulus wurde – jemand, „der inzwischen ganz bürgerlich in einer Stadt im Harz lebt“[3] und sich mit seinem Lebensabschnitt intensiv auseinandergesetzt hat. Diesen Eindruck versucht er mit dem vermeintlich offensiven Umgang mit seiner rechten Vergangenheit zu erwecken. Tatsächlich scheint Liebich als angeblicher Aussteiger aus der Naziszene von vielen Menschen akzeptiert und kann so auch in der hallischen Gastro-Szene sein Unwesen treiben – nicht zuletzt als Werbepartner des alljährlichen Gastrocups. Doch ist er das wirklich? Hat er alle Zelte abgebrochen und sich von der Szene verabschiedet? Eine (unvollständige) Chronik soll bei der Beantwortung dieser Fragen helfen.

 

Anfänge in der rechten Szene

Liebich bewegt sich seit Ende der 80er Jahre bis etwa Mitte der 90er mit dem Spitznamen „Fascho“ in verschiedenen subkulturellen Szenen (Nazis, Gothic, Oi-Skins). Anfang der 1990er Jahre wird die rechtsextreme Szene in Halle mitunter angeführt von Thomas Hanke, dem 1991 mit der „Halleschen Deutschen Jugend“ gelang, ein Haus in Halle Neustadt zu besetzen.[4] Bereits fest in der Naziszene verankert, nimmt Liebich 1995 an einer Busfahrt nach Schweden teil. Auf dem Rückweg erhält er in Berlin eine Anzeige wegen Verdacht der Äußerung nationalsozialistischen Gedankenguts.

 

Ultima Tonträgerversand

Ende 1995 startet er den „Ultima TV Tonträgervertrieb“ und damit seinen ersten von mehreren Versänden. Vertrieben wird typischer Rechtsrock und andere bekannte Nazimusik: Störkraft, Endstufe, Frank Rennicke, Skrewdriver, aber auch die RAC Band Condemned 84 (zu dieser Band später mehr). Aufgrund seiner Geschäftstätigkeiten mit dem „Ultima TV Tonträgervertrieb“ findet am 03. November 1998 in Heide-Nord eine Razzia statt, bei der Materialien von Neonazi-Bands beschlagnahmt wurden. Liebich ist daraufhin der Hauptangeklagte im Prozess 2002.[5] Ihm wird unter anderem Volksverhetzung vorgeworfen.

 

Blood & Honour

Spätestens 1997 tritt er in Halle erkennbar als Angehöriger von Blood & Honour auf. Dies kann zunächst nur durch Augenzeugenberichte bestätigt werden, ehe Liebich 1998 mit einer zweiten Person den „Rundbrief der Blood & Honour Sektion S.A.“ herausgibt. Dieser enthält auch Berichte aus dem Jahr 1997, womit die Zugehörigkeit über die Zeugen hinaus belegbar ist.

 

Strikeback-Mailorder

Anfang der 2000er etabliert Liebich mit dem „Strikeback-Mailorder“ einen weiteren Versand. Die darin angebotenen T-Shirt Motive sind ihrer Zeit voraus. So verkauft er unter anderem Che Guevara Shirts. Später wird das als „diskursive Aneignung von rechts“ verstanden werden. Obwohl Liebich angibt 2003 ausgestiegen zu sein, läuft der Versand laut LT Sachsen noch mindestens bis zum 31.12.2005[6]. Liebich ist Anfang der 2000er ebenfalls verantwortlich für die Naziläden Last Resort in Halle und Midgard in Leipzig.[7]

 

Kooperation mit Thomas Richter alias V-Mann Corelli

Liebich und Richter sind noch Anfang der 2000ern die Führungsfiguren in der halleschen Kameradschaftsszene. Sie treten bei Nazidemonstrationen gemeinsam auf und arbeiten zusammen an der Publikation „Nationaler Beobachter Halle“ (NB), die ab 2000 erscheint. Der NB erscheint gedruckt und online. In dieser Publikation wird z.B. gegen „Presselügen“ gehetzt. Eine Rhetorik, die Liebich bis heute nicht abgelegt hat. Als Liebich später vom Tod Corellis erfährt, tut er überrascht. 2015 schreibt er dazu: „Ich war damals auch als einer, der es aus der Presse erfuhr, genauso überrascht und dachte anfangs an eine Verwechselung mit einer gleichnamigen Person aus Sachsen. Konnte mir das einfach nicht vorstellen, weil in Halle gab es damals keinen großen Bedarf für eine hochdotierte Agententätigkeit, da wir uns in den für uns damals als „politische Arbeit“ gewerteten Aktivitäten an die Rahmen der Gesetze hielten.“[8]

  

Erwähnung im Verfassungsschutzbericht

Durch seine Aktivitäten schafft es Liebich 2002 und 2003 auch, im jeweiligen Verfassungsschutzbericht erwähnt zu werden. 2002 schreibt der VS zu Liebich, seine Gruppe sei „[…] eindeutig neonazistisch ausgerichtet. Im Gegensatz zu den bisherigen in Halle etablierten Gruppierungen wie ‚Weiß&Stolz‘ oder ‚Weiße Offensive Halle‘ schart Liebich einen Personenkreis um sich, der nicht in feste Strukturen eingebunden ist.“[9] Ferner wird 2002 auch bereits auf das Magazin „Nationaler Beobachter“ eingegangen, an dem Liebich laut VS-Bericht 2003 als Redakteur maßgeblich mit beteiligt ist. 2003 widmeten sich Liebich und seine Co-Redakteure im NB dem Irak-Konflikt.

Sie „[…] fordern eine sofortige Ausweisung aller sich auf deutschem Boden befindlichen US-Streitkräfte! Stattdessen werden US-Kasernen auf deutschem Boden von Bundeswehr-Angehörigen auf Kosten des Steuerzahlers bewacht und dies voraussichtlich für die nächsten zwei Jahre. Ein Skandal angesichts der ohnehin sehr maroden Haushaltslage des Bundes und der Länder. Rauschende Wälder werden zur Vergrößerung von US-Stützpunkten in Deutschland […] abgeholzt. Dies ist logistische Beteiligung am Angriffskrieg.“[10]

Ferner wird gegen Israel agitiert und die Souveränität der BRD angezweifelt:

„Auch heute wieder nutzen die Verbrecher der amerikanischen Ostküste und deren Verbündete in Israel unter Mitarbeit, Mithilfe und Duldung der von uns nicht gewählten brd-Regierung flächendeckenden Terror gegen die Zivilbevölkerung, sei es in Jugosl., in Afghanistan, im Irak oder in Palästina, ihre territorialen, politischen und wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen. Dieser Entwicklung haben wir uns in Form eines kommenden souveränen Deutschland und eines souveränen Europas entgegenzusetzen.“[11]

Die Zitate könnten mit ihrem antisemitischen, antiamerikanischen und völkischen Impetus auch aus dem Jahr 2015 stammen. Dazu später mehr. Generell beschreibt der Verfassungsschutz 2003 das Vorgehen von Liebich folgendermaßen:

„Liebich verfolgt seit Jahren vorrangig drei Ziele:

  • die Organisierung der Rechtsextremisten im Raum Halle unter seiner Führung,
  • eine Renaissance der „Anti-Antifa“-Arbeit innerhalb der rechtsextremistischen Szene,
  • den Ausbau seiner Händlertätigkeit mit szenetypischen Produkten wie einschlägigen CDs, Publikationen und Kleidung.“[12]

 

Zur Erinnerung. Dies sind – von der Lebensdauer des Strikeback Mailorders kurz abgesehen – allesamt Aktivitäten, die vor dem von Liebich proklamierten „Ausstieg“ 2003 stattfinden. Tatsächlich taucht Liebich auch nicht mehr im VS-Bericht 2004 auf und scheint wie von der Bildfläche verschwunden.

 

„Ausstieg“ aus der Szene

Ein Rückzug aus der Szene scheint seit Ende 2003 vollzogen worden zu sein. Seitdem ist er aus der Öffentlichkeit verschwunden. An seinen Aktivitäten mit dem Strikeback Mailorder ändert dies jedoch nichts.

 

Interview für die Kampagne „Schöner Leben mit Naziläden“

In einem Interview Anfang 2006 meldet sich Liebich wieder zu Wort und erzählt über seine Arbeit als T-Shirt Händler (zu den weiteren angeschriebenen Händlern siehe Abb. 2): „Ich lebe nicht mehr davon – arbeite anderweitig, verkaufe auch keine CD´s mehr. Habe nur die Möglichkeiten behalten – T-Shirts zu fertigen. Eine gewisse Kreativität ist mir eigen und biete die T-Shirts billig an (12 E das Stück), da ich meine, dass sich T-Shirts zwar nicht ganz so günstig fertigen lassen, wie CDs auch mehr produktive Arbeit drin steckt, es aber trotzdem nicht gerechtfertigt ist – Kameraden mit überteuerten Textilien abzuziehen – für mich ist das T-Shirt immer noch Propagandamittel – also jeder ´ne kleine Litfass-Säule und Prop-Mittel sollte man sich nicht noch teuer bezahlen lassen. Meine Motive (Fuck-America, Mut gegen Linke Gewalt, CIA, Hail Aids) sind mittlerweile von verschiedenen Versänden kopiert – andere würden sagen geklaut – worden, also gibt es auch hier für jeden die Möglichkeit, diese T-shirts auch bei einem anderen Händler zu kaufen.“

Interview:

web.archive.org antwort_strikeback.htm

Abb. 2 – Mailingliste für Kampagne:

2015-11-12_12.40.46Schoener_Leben_mit_NAZI_LAeDEN!_-_

  

Neue Modemarke CopACABana

Im Jahr 2008 versucht er sich die Marke „CopACABana“ schützen zu lassen, was jedoch aufgrund des vorliegenden „Verstoßes gegen öffentliche Ordnung/gute Sitten (§ 8 Abs. 2 Nr. 5)“ misslingt.[13] Dennoch vertreibt er die Marke weiter ungeschützt.[14] Die vertriebenen Motive von „CopACABana“ sind gewaltverherrlichend  und finden Abnehmer_innen vor allem in der gewaltaffinen und rechtsoffenen Hooliganszene (s. Abb. 3).

2010-05-29 Registerauskunft CopACABana Liebich 1

2010-05-29 Registerauskunft CopACABana Liebich 2

Abb. 3:

 Abb. 2:

Erfolg mit „shirtzshop“

2011 entsteht sein erfolgreichstes unternehmerisches Projekt: l&h shirtzshop. Es wird beinahe alles vertrieben: vom harmlosen Fun-Shirt über „unbequeme“ Motive mit „Lügenpresse“[15], Dämonisierungen von Israel[16], Shirts mit dem Motiv einer Nahostkarte ohne Israel[17], einem Vertreter der sogenannten „Konservativen Revolution“ Ernst Jünger[18] oder aber Timothy McVeigh, dem „Oklahoma Bomber“.[19]

 

„Mein letztes Hemd“

Im Jahr 2012 startet Liebich eine Internet-Kampagne gegen die EU unter dem Motto meinletzteshemd.eu. Dabei bündelt er rechte Gegner des Eurorettungsschirms und der EU und erweitert nebenbei auch die Kundschaft für seinen Shirtzshop.[20] Rechtspopulistische Forderungen wie „Zurück zur DM! – Es reicht!“[21] werden unter anderem verbreitet. Auch der rechtspopulistische Blog PI-News empfiehlt seinen Lesern die Kampagne.[22]

 

Selbstlegitimation in der MZ

Obwohl Liebich niemals öffentlich über seine Rolle in der Naziszene gesprochen hat und somit eine Beurteilung seines „Ausstiegs“ unmöglich ist, wird er in einem Beitrag des MZ-Journalisten Steffen Könau vom 16.04.2013 portraitiert. Der Artikel verlässt sich ausnahmslos auf Liebichs Darstellung und bietet ihm somit die Plattform für eine völlig verharmlosende Erzählungen seiner eigenen Geschichte. Der Artikel ist nach wie vor online abrufbar[23], was dazu führt, dass Liebich ihn immer wieder als Beleg für die Glaubwürdigkeit seines „Ausstiegs“ präsentiert und online verlinkt. Das Bündnis „Halle gegen Rechts“ hat kurz nach Veröffentlichung des genannten Artikels mit einem offenen Brief reagiert. Auf den Brief wird nie direkt von Seiten der MZ reagiert.[24] Darin heißt es unter anderem: „Es gibt zahlreiche Belege dafür, welche radikalisierende Rolle diese Person auf die regionalen Neonazistrukturen wirklich gespielt hat. Diese können wir Ihnen, Ihr Interesse vorausgesetzt, gerne vorlegen.“[25]

 

Besuch eines Rechtsrockkonzert in Halle und Kontakte in die rechte Szene

Liebich ist am 17.5.2014 Gast beim Rechtsrockkonzert „Noise of Germany“ in Halle. Er steht den ganzen Abend am Bühnenrand und singt dann u.a. bei „Condemned 84“ mit. Hier ist deutlich zu sehen, dass Liebich innerhalb der regionalen rechten Szene nicht wie ein Aussteiger behandelt wird, sondern weiterhin über gute Kontakte zu Organisatoren und Musikern verfügt (siehe Abb. 4-6).

Abb. 4 (Liebich singt im schwarzen T-Shirt auf der Bühne stehend bei den „Schusterjungs“ mit):

Liebich singt im schwarzen T-Shirt auf der Bühne stehend bei den „Schusterjungs“ mit.
Liebich singt im schwarzen T-Shirt auf der Bühne stehend bei den „Schusterjungs“ mit.

Abb. 5 (Liebich neben Ronny Wätzel[26]):

Liebich neben Ronny Wätzel
Liebich neben Ronny Wätzel

Abb. 6:

Abb. 5:

Bei dem Besuch des Konzertes alleine bleibt es nicht. Genauer hingeschaut kann auch eindeutig belegt werden, dass Liebich unter anderem bei „facebook“ Freundschaften mit ehemaligen und aktuellen Mitgliedern aus der regionalen Neonaziszene pflegt.

 

Die Montagsmahnwachen in Halle

Im Frühjahr 2014 hilft Liebich mit dabei in Halle eine „Montagsmahnwache“ auf die Beine zu stellen.[27] Liebich tritt zunächst nicht offen als Unterstützer der „Mahnwache“ auf, sondern hilft im Hintergrund mit. Im Sommer 2014 fällt er vor allem durch Kommunikationsguerilla-Aktionen auf, indem er den Gegenprotest als Persiflage lächerlich machen will – mittels an Parteiorganisationen angelehnten Bannern (Abb. 7).

Abb. 7 (Quelle: facebook.com/in.svens.welt):

2014_10_06 zwän gegen montag für pizza

Im Verlauf tritt er dann immer offener als Unterstützer auf und hält seit einiger Zeit auch regelmäßig Reden. Seine Inhalte richten sich dabei nach einem  Antisemitismus, so wie er bei den „Mahnwachen“ strukturell, und zu Teilen auch offen vorgetragen wird: die Geschicke der Welt werden gelenkt von einer kleinen Elite von Finanzoligarchen; die Regierung – insbesondere die Deutsche – ist diesen Eliten hörig; mit der Regierung sind alle staatlichen Stellen, öffentlichen Ämter, öffentlich finanzierten Stellen inkl. Gemeinnützigen Vereinen, aber auch Vertreter des Politischen Systems und Parteien in einem mafiösen Zusammenhang verwickelt und den Eliten entweder bewusst oder unbewusst hörig. Liebich selbst sprich aber seltener über die Ebene der Eliten, sondern über die lokale und regionale „Vereinsmafia“ und „Politmafia“, regelmäßig werden Politiker wie Sebastian Striegel oder OB Wiegand – in Anspielungen – beleidigt und Corax e.V., Friedenskreis, Freiwilligenagentur und Miteinander e.V. der Steuerhinterziehung bezichtigt. Im Januar 2015 verteidigt Liebich auf der von der Stadt eingerichteten „Speakers Corner“ die Demonstrant_innen von PEGIDA. Es kann als exemplarisch für sein Weltbild angesehen werden. Teile der Argumentationen aus dem „Nationalen Beobachter“ werden erneut sichtbar:

„An diesem System wird natürlich nie jemand der Abgeordneten etwas ändern können und wollen. Und ich würd sagen, das müsste eigentlich den Artikel 20 Absatz 4 – Widerstandsartikel – das man gegen jeden der es versucht, die demokratische Grundordnung zu beseitigen – das sind die Politiker – dass man da das Recht zum Widerstand hat. Aber das schafft man natürlich nicht mit Wahlen , einmal in vier Jahren, sondern das schafft man nur mit Massen und deswegen müssen auch Massen auf die Straße. Und wenn es versucht wird, wird im Prinzip von den Medien und von den Politikern eine Gegenbewegung geschaffen. [unverständlich] Wenn irgendwo wie in Dresden – unter nem unglücklich gewählten Namen – wenn dort Massen auf die Straßen gehen, was nachweislich auch durch die TU Dresden herausgefunden wurde, dass das nämlich wirklich der Mittelstand ist, dass das wirklich Leute sind aus der Mitte der Gesellschaft und dass das keine Rechten sind oder sowas – wenn die auf die Straße gehen wird im Prinzip ne Gegenbewegung geschaffen und die Leute gegeneinander aufgehetzt und das dürfen wir nicht zulassen! Weil die Verbrecher sitzen dort oben! Die sitzen überall in den Parlamenten, in jedem Landesparlament im Bundesparlament – dort sitzen Verbrecher!  Das müsste man doch sagen können! […Zwischenrufe…] Also in diesem Land wird im Prinzip das Steueraufkommen von ungefähr zwanzig Prozent der Bevölkerung erwirtschaftet und diese zwanzig Prozent [unverständlich] diesen ganzen öffentlichen Dienst, diesen ganzen Beamtenapparat, den ganzen… die Lehrer, die Vereine, die Unis… müssen diese zwanzig Prozent erarbeiten. Und in Dresden sind diese zwanzig Prozent auf der Straße [unverständlich] das ist der Mittelstand. Und im Prinzip die, die dagegen aufgehetzt sind [unverständlich], die von diesem System profitieren. Das sind diese ganze Vereine, diese ganzen Parteistrukturen! Und da, dieser Filz gehört aufgeklärt!“[28]

Seit den steigenden Flüchtlingszahlen und dem einhergehenden Überlastungsdiskurs gehen vermehrt rassistische Wutbürger zur „Montagsmahnwache“. Die Protagonisten greifen (bewusst?) dieses Thema auf. Exemplarisch für die Ideologie der „Montagsmahnwache“ ist folgender Ausschnitt einer Rede des Aktivisten Donatus Schmidt vom 5.10.15:

„Eine kleine Elite, die die Macht und das Geld hat … das sind nicht etwa irgendwelche Regierungen, denn Regierungen haben heute längst nichts mehr zu sagen. Sie sind alle Vasallen der Banken und der Hochfinanz. Alle die genügend Kohle haben bestimmen wo es langgeht. Das sind in Deutschland nur noch 80 Menschen die genügend Geld und Macht haben. Das hat sich total verlagert. Es ist nur noch eine kleine Elite die die Macht und das Geld hat die Menschheit von hier nach da zu schieben, sie so zu beeinflussen, dass sie nicht mal mitbekommen, dass sie ausgerottet werden. Ja, das klingt jetzt vielleicht hart, aber wir werden momentan ausgerottet. Denn die wahren Bevölkerungszahlen der Deutschen, der Ur-Bevölkerung dieses Landes nimmt rapide ab. Das hört man immer so nebenbei. Und jetzt werden offenbar – heute  Morgen in der Tagesschau hab ich‘s gesehen – 1,5 Millionen Flüchtlinge erwartet. In diesem Jahr, d.h. in den restlichen Wochen dieses Jahres. Das heißt es werden Zustände herrschen, in denen wir uns nicht mehr selber helfen können. Die Bundeswehr ist offenbar, nach Quellen – bei Halle Leaks, da kann man‘s nachlesen – offenbar schon gewarnt bzw. ist schon mittendrin beschäftigt, den Ausnahmezustand vorzubereiten.“[29]

Liebich tritt inzwischen ganz offen als einer der Anführer der „Montagsmahnwache“ in Halle auf. Am 12.10.15 führt er eine Spontandemo mit ca. 150 Leuten an. Dabei sind die üblichen Verdächtigen aus dem Mahnwachenmilieu, wie Reichsbürger, Wutbürger und AfD-Anhänger, aber auch die seit einiger Zeit regelmäßig auftauchende Brigade Halle[30] zu sehen. Augenzeugen sehen auch Vertreter der „Identitären Bewegung“ („Kontrakultur“). Im Video hört man die Rufe „Lügenpresse“ etc.[31] Es existiert außerdem ein Video von der Spontandemo, in dem klar und deutlich „Wir wollen keine Asylantenheime“ zu hören ist.[32] In derselben Nacht wird in der „Goldenen Rose“ Feuer gelegt.[33] Dort gibt es regelmäßig den „Flüchtlingsstammtisch“. Es kann zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen rechten Anschlag handelt. Nach der Montagsdemo in der darauf folgenden Woche werden laut Zeugenaussagen Gegendemonstranten durch die Straßen gejagt und die „Goldene Rose“ wird erneut angegriffen.[34]

  

Hetze gegen Flüchtlinge und politische Gegner

Neben der „Montagsmahnwache“ und der FB-Seite „In Svens Welt“ ist „halle-leaks“ das politische Hauptprojekt von Sven Liebich. Darin versucht er im Fahrwasser von berühmten „Whistleblowern“ ein „Wikileaks für Halle“ aufzubauen. Letztlich dient ihm diese Hülle allerdings nur um gegen Flüchtlinge zu hetzen.[35] Mantraartig begleitet er die Hetze mit der Beteuerung, dass er nichts gegen Flüchtlinge habe und die „echten“ Kriegsflüchtlinge selbstverständlich willkommen seien. Liebich veröffentlicht alle Gerüchte und Zuschriften ungefiltert – höchstens mit dem Zusatz, dass die Nachricht nicht bestätigt sei[36] (Abb. 8 und Abb. 9).

Abb. 8:

Abb. 7:

Abb. 9:

Abb. 8:

Weitere Beispiele für das systematische Streuen von unbestätigten Gerüchten sind die Geschichte von einer angeblichen Enthauptung im Flüchtlingsheim, die lediglich eine Prügelei unter Deutschen war[37] sowie die Behauptung, in Dessau hat es eine Messerstecherei unter Arabern gegeben. Die MZ korrigiert diese Falschmeldung später (Abb. 10).[38] Liebich insinuiert damit delinquentes Verhalten bei allen Flüchtlingen, wie die Kommentare unter seinen Beiträgen zahlreich belegen können.

Abb. 10:

Abb. 9:

Eine rasant steigende Reichweite zeugt davon, dass die Strategie aufgeht. Die Gerüchte werden ungefiltert verbreitet und durch die Leser_innen geteilt. Erst nach und nach fügt Liebich Updates ein, um dann tatsächlich keine Falschmeldung zu verbreiten. Bis dahin ist jedoch „zu spät“ und die Leser_innen von „halle-leaks“ glauben an das Gerücht. Zudem outet Liebich seine politischen Gegner_innen regelmäßig auf facebook – teilweise nennt er auch deren Adressen. Dies verbindet er gegebenenfalls mit der rassistischen Unterstellung, alle männlichen Flüchtlinge würden deutsche Frauen vergewaltigen. Er ruft die von ihm geouteten Gegner dann auf, ihre „Körperöffnungen zur Verfügung“ zu stellen, damit die Liebichs Ansicht zufolge nur auf Vergewaltigungen abzielenden männlichen Flüchtlinge „entspannter“ seien (Abb. 11).

Abb. 11:

Abb. 10:

FAZIT

Sven Liebich hat sich zwar öffentlich von den alten Nazistrukturen gelöst, hält aber weiterhin und zunehmend über seine aktuellen Facebook-Projekte Kontakt zu ehemaligen Bekannten und neuen, jüngeren Vertreter_innen der verschiedenen rechten Spektren.

Er kann als Bindeglied zwischen den Vertreter_innen dieser Szenen betrachtet werden. Kurioserweise nutzt er dazu exzessiv das Format der „Montagsmahnwachen  für den Frieden“. Dort fallen seine „Querfrontstrategien“ auf einen  überaus fruchtbaren Boden. Sowohl thematisch, als auch personell (vor allem bei der Teilnehmer_innen) ist in den letzten Monaten eine deutliche Radikalisierung dieser „Mahnwache“ festzuhalten, für die Liebich zum überwiegenden Teil verantwortlich gemacht werden muss.

Obwohl Liebich sich öffentlich immer wieder als „Aussteiger“ aus der Naziszene bezeichnet gab es niemals Belege für einen ernst gemeinten Ausstieg. Im Gegenteil: Es gibt Belege für das Weiterbetreiben eines Versandes mit Nazi-Devotionalien bis mindestens 2006, weiterhin freundschaftliche Kontakte zu „ehemaligen Kameraden“. Dazu wird sein aktuelles, kommerzielles Standbein, das Drucken von u.a. T-Shirts direkt aus seiner Aktivität in der Naziszene gespeist und weitergeführt. Liebich propagiert weiterhin dieselben Feindbilder aus seiner „aktiven Zeit als Nazikader“  (Politiker, Parteien, Linke, Antifa, zivilgesellschaftliche Vereine, die USA, die „Finanzeliten“, Homosexuelle und Feministinnen, Ausländer, Flüchtlinge, Roma). Er bedient mit seinem aktuellen, politischen Aktivismus vor allem Menschen, die für rechte Ressentiments ansprechbar sind. Seine Themen sind: Flüchtlinge, EU, Mittelstand, Steuerpolitik, Friedenspolitik – im Prinzip alles was „den kleinen Mann von der Straße“ bewegt, wenn er sich übervorteilt fühlt. Dabei legt er Wert darauf, „weder rechts noch links“ zu sein, sondern für die „Mitte der Gesellschaft“ also die „normalen Leute“ zu sprechen. Durch seine Agitprop-Aktionen und seine Gerüchte-Kommunikationsguerilla spricht er ein Publikum weit über organisierte rechte Kreise hinaus an, schafft es jedoch diese mit einzubinden und zwar in einer Form in der sie ebenfalls als „normale Leute“ gelten können.

Liebich bedient mit seiner postulierten Ideologiefreiheit vor allem rechte Themen. Unter diesem Deckmantel gelangen rechte Ideologeme tatsächlich weiter in die gesellschaftliche Mitte, während menschenrechtliche Standards bröckeln. Um das noch besser zu veranschaulichen, soll sich als Beispiel eine Demonstration mit denselben oben beschriebenen Inhalten von der NPD angemeldet vorgestellt werden – in Halle könnte diese nicht wöchentlich durchgeführt werden. Der gesellschaftliche Widerstand wäre zu groß, die Zustimmung zu klein.

Es kann konstatiert werden, dass Strategien, die Liebich schon Anfang der 2000er[39] anwendet, hier – wo die Akteure nicht das Stigma des Nazi haben – erst Recht zur Geltung kommen. Liebich arbeitet nach wie vor im selben Stil wie bis Ende 2003. Ein Verfassungsschutzbericht 2015 würde ihn etwa so beschreiben:

Liebich verfolgt vorrangig drei Ziele:

  • die Organisierung einer Volksfront im Raum Halle unter seiner Führung,
  • eine Renaissance der „Anti-Antifa“-Arbeit,
  • den Ausbau seiner Händlertätigkeit.

Dass Liebich für diese Ziele alte Kontakte pflegt, ist angesichts der völkisch ausgerichteten Inhalte nur logisch und konsequent – ein Ausstieg ist es gleichwohl nicht.

[1] http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/rechter-aussteiger-erzaehlt-als-halle-noch-nazi-hochburg-war,20640778,22379552.html [22.11.2015]

[2] https://www.facebook.com/halle.leaks.de/photos/a.936419743047579.1073741828.936416573047896/987483881274498/?type=3 [22.11.2015]

[3] http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/rechter-aussteiger-erzaehlt-als-halle-noch-nazi-hochburg-war,20640778,22379552.html

[4] Uta Döring (2008). Angstzonen. Rechtsdominierte Orte aus medialer und lokaler Perspektive. VS Verlag, Wiesbaden, S. 118.

[5] http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/neonazi-versandhandel-ein-paeckchen-voller-hass-frei-haus,20641266,19878058.html [23.11.2015]

[6] Antwort vom 02.02.06 auf Anfrage von Drucksache 4/3927

[7] http://antifa.uni-halle.de/AntifaschistischerRundbrief.pdf [22.11.2015]

[8] https://archive.is/TwVrA [23.11.2015]

[9] Ministerium des Inneren Sachsen-Anhalt (2002). Verfassungsschutzbericht. S. 18.

[10] Ministerium des Inneren Sachsen-Anhalt (2003). Verfassungsschutzbericht. S. 21.

[11] Ebd.

[12] Ebd. S. 17

[13] Auskunft zur Markenanmeldung liegt vor

[14] Vgl. http://www.amazon.de/shirtzshop-Bekleidung-copACABana-wear/s?ie=UTF8&page=1&rh=n%3A77028031%2Ck%3Ashirtzshop%2Cp_4%3AcopACABana%20wear [23.11.2015] und http://www.shirtzshop.de/shirtzshop/detail_copacabana-wear—fight-club-t-shirt-motiv_1937_0_0_0_search_acab_0_date_desc_0.html [23.11.2015]

[15] http://www.amazon.de/Shirtzshop-T-Shirt-L%C3%BCgenpresse-Leipzig-Zeitung/dp/B0117YXYUU [23.11.2015]

[16] http://www.shirtzshop.de/shirtzshop/detail_israel-is-real-terrorism-t-shirt-motiv_6900_0_0_0_0_0_0_date_desc_0.html [23.11.2015]

[17] http://www.shirtzshop.de/shirtzshop/index_0_0_0_search_free+palestine_0_date_desc_0.html [23.11.2015]

[18] http://www.shirtzshop.de/shirtzshop/detail_ernst-juenger-ii—die-sklaverei-laesst-sich-bedeutend-steigern-indem-man-ihr-den-anschein-der-freiheit-gewaehrt-t-shirt-motiv_4261_0_0_0_0_0_0_0_0.html [23.11.2015]

[19] http://hosenrunter.noblogs.org/?p=58 [23.11.2015]

[20] https://www.facebook.com/MeinLetztesHemd.EU/ [23.11.2015]

[21] https://www.facebook.com/MeinLetztesHemd.EU/photos/a.402455033124168.79154.402360919800246/404978349538503/?type=3 [23.11.2015]

[22] http://web.archive.org/web/20150626093546/http:/www.pi-news.net/2012/07/mein-letztes-hemd-kampagne-auf-facebook/ [23.11.2015]

[23] Vgl. FN 1.

[24] http://www.friedenskreis-halle.de/aktuelles/meldungen/408-offener-brief-von-qhalle-gegen-rechts-buendnis-fuer-zivilcourageq-zum-mz-artikel-als-halle-noch-nazi-hochburg-war.html [23.11.2015]

[25] Ebd.

[26] Vgl. http://antifa.uni-halle.de/Veroeffentlichungen/chronik.htm [23.11.2015] Wätzel bekannte sich Ende der 90er Jahre zur „Weißen Offensive Halle/Saale“. Auf dem Konzert trägt er ein Shirt der Neonazi-Band „Faustrecht“.

[27] Kopien von Chats in Facebookforen in denen er interessierte User berät, wie man eine Versammlung anmeldet, wer dies tun sollte und warum man sich nicht von „Hetze“ aus Presse, Parteien und Vereinen einschüchtern lassen solle, liegen vor.

[28] https://www.youtube.com/watch?v=Egs1rWXSYCY [23.11.2015] ab Minute 05:35.

[29] https://www.youtube.com/watch?v=ZHVyOviar-I [23.11.2015] ab Minute 09:00.

[30] http://hallespektrum.de/nachrichten/politik/merkel-muss-weg-der-schulterschluss-von-montagsdemo-und-brigade/180613/ [23.11.2015]

[31] https://www.youtube.com/watch?v=YoqT8He1WUk [23.11.2015]

[32] https://www.facebook.com/friedensdemowatch/videos/920330781354512/?permPage=1  [23.11.2015]

[33] http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/brand-in-der–goldenen-rose–in-halle-staatsschutz-ermittelt-nach-brand-im-fluechtlingstreff,20640778,32145894.html [23.11.2015]

[34] http://www.mz-web.de/halle-saalekreis/rannische-strasse-in-halle-staatsschutz-ermittelt-nach-steinwurf-auf–goldene-rose-,20640778,32203156.html [02.12.2015]

[35] http://motherboard.vice.com/de/read/neurechte-starten-whistleblower-seite-um-refugee-welcome-mafia-zu-entlarven-29203?utm_source=vicefbde [23.11.2015]

[36] http://hallespektrum.de/meldungen/polizeimeldungen/wie-ein-ex-rechtsextremist-eine-razzia-erfindet/164672/ [23.11.2015]

[37] http://hallespektrum.de/meldungen/polizeimeldungen/auseinandersetzung-unter-betrunkenen-deutschen-opfer-fluechtet-in-die-fluechtlingsunterkunft-im-maritim/185880/ [23.11.2015]

[38] http://www.mz-web.de/dessau-rosslau/nach-messerstecherei-vor-dessauer-diskothek-staatsanwaltschaft-stellt-haftantrag-gegen-tatverdaechtige,20640938,32314646.html [23.11.2015]

[39] Vgl. VS-Bericht 2003 S. 17,

15 Gedanken zu „Sven Liebich – Chronik eines Nichtausstieges“

  1. Interessant wäre, ob sich herausfinden ließe, inwiefern er nach dem bundesweiten B&H Verbot wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung belangt wurde, oder ob er da weitestgehend unbehelligt rausgekommen ist. Das hinterlässt den Beigeschmack: Liebich und der VS? Und was hat er mit dem Geld gemacht, was er aus B&H sicher nicht zu knapp eingenommen hat?

  2. Ich habe diese Seite gerade gelesen, Respekt für die Arbeit. Ich merke allerdings dass die Zeilen nicht objektiv geschrieben sind. Letztendlich wird gut Werbung gemacht. War das der Sinn? Ich lese heraus das Herr Liebich politisch rechts gerichtet scheint, jedoch nicht radikal bzw. straffällig. Da wir in einem freien Land leben, darf man doch alles sagen was man denkt, egal ob gut oder für andere nicht gut!? Da er nicht lügt, seit Jahren geschäftlich erfolgreich und regional bekannt, denk ich fast das hier gegen jemand gehetzt werden soll. Ich werde ihn ab nun an „beobachten“, ihr habt ihn sehr interessant gemacht. Liebe Grüße, Heinz aus Halle

    1. „Letztendlich wird gut Werbung gemacht. War das der Sinn?“

      Nein. Der Artikel belegt lediglich, dass der von Liebich proklamierte Ausstieg nie stattgefunden hat, sondern einfach ein taktischer Rückzug gewesen sein dürfte. Wenn Du Dich bemüßigt fühlst, Liebich trotz oder wegen seiner Hetze gegen Flüchtlinge als „interessant“ zu beschreiben, scheinst Du den Artikel nicht in Gänze erfasst zu haben.

  3. Unterm Strich wird im Artikel mit Schlagworten und Parolen gearbeitet – genau der gleiche Stil, der dem politischen Gegner vorgeworfen wird. Daran ändert auch die ellenlange „Quellen“/Beweisliste nichts.

    Also vorne hui und hinten pfui.

  4. Schon alleine das der Satz „Zurück zur DM! – Es reicht!“ als „Rechtspopulistische Forderungen“ abgetan wird zeigt schon, dass ihr nicht neutral berichtet.

    „CopACABana“ ist gewaltverherrlichend genauso wie die Antifa, die du hier in Schutz nimmst. Google mal nach „ACAB Antifa“.
    Mehr Neutralität bitte!

    1. Lies bitte richtig. Die Forderung nach einer Rückkehr zur DM wird vornehmlich von Rechtspopulisten gestellt.

      Die Gewaltverherrlichung von CopACABana haben nicht wir mokiert. Stattdessen haben wir dokumentiert, warum die Marke nicht geschützt werden durfte. Im Anhang ist das alles einsehbar.

  5. Das der Liebich ein Doppelspiel treibt, war mir von Anfang an klar. Für mich war dieser Anfang die Montagsmahnwache, der ich begeistert gefolgt bin, angesichts der Tatsache, dass die gravierenden Probleme unserer Zeit und Gesellschaft endlich ein Sprachrohr gefunden haben. Mir war dieser Typ suspekt, weil ich seine wahre Intension nicht erkennen konnte. Das er eine Grösse aus der Nazi-Szene ist/war, erfuhr ich aus diversen Berichten im Web. Der Beweis, dass es sich immer noch um einen Rattenfänger und rechten Demagogen handelt, war ein Auftritt von ihm beim Speakers Corner, in dem er mit einer Horde von ca. 50 schwergewichtigen Fans auf Grund der ‚Arbeitsplätze‘ der Maritimangestellten gegen die F.Linge hetzte. Mein Eindruck dieses ganzen Schauspieles ist der, dass hier ein deutscher Maidan vom Zaune gebrochen werden soll. Protagonisten wie Liebich scheinen dabei von Staat eine Sonderbehandlung zu erfahren. Während ich bei meinem Widerstand auch ohne Verfehlungen meinerseits massiv mit staatlicher Repression zu kämpfen habe, kann dieser Typ sich benehmen wie die Drecksau und wird auch noch freundlich von der Bullizei angesprochen. Exemplarisch sei auf die brenzlige Situation am J.Curie-Platz während einer Montagsdemo hingewiesen, als L. mit ein paar Schlägern sich der Gegendemo in den Weg stellte und die Bullerrei nur dumm glotzte.
    Lange Schreiberei, kurzer Sinn: macht eure Arbeit und entarnt diesen mutmaßlichen V-Mann.

  6. Und wen juckts.
    Wir sind doch eh alle ein bischen rechts oder werden dahin abgestempelt.
    Wichtig ist doch das alle ob rechts, links oder mitte auf einen Nenner kommen müssen.
    So kann es leider nicht weiter gehen

  7. Entschuldigung lieber Schreiber, doch der Artikel ist so kaum ernstzunehmen. In der gegenwärtigen Form ist der Tenor des Beitrages ganz deutlich hetzerisch und würde in dem gegenwärtigen Klima in keinem seriösem Blatt abgedruckt werden. Allein die Erwähnung, daß Liebich Adressen und persönliche Daten von Antifa-„Aktivisten“ abdruckt ohne gleichzeitig zu erwähnen, daß genau diese Vorgehensweise extrem häufig und beliebt bei der Antifa selber ist hinterläßt ein kleines Geschmäckle. Ein kurzer Blick auf Indymedia und regionale Antifa-Seiten hätte schon genügt um zu sehen, wie gerne dieses Spiel von den dortigen Protagonisten gespielt wird. Es gibt weitere Punkte (wie z. B. das Beklagen der ausgeübten Gewalt: wiederum kein Mittel das den rechten Spinnern vorbehalten ist -können die Antifa-Spinner genauso gut), die mir jedoch zu mühselig sind alle aufzuzählen. Fakt ist, daß dieser Beitrag wahnsinnig einseitig, höchst subjektiv und von persönlichen Rache-/Hetzgelüsten diktiert worden zu sein scheint und man ahnt, daß der Verfasser selbst in linksextremen Strukturen zu Hause ist. Eine seriöse, ernstzunehmende Berichterstattung über einen Sachverhalt sieht anders aus und durch Berichte dieser Art wird die linke Reputation aktuell immer mieser. Das muß sich ändern.

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